Schlafapnoe – Atemaussetzer im Schlaf

Schlafapnoe beschreibt das wiederholte kurzzeitige Aussetzen der Atmung während des Schlafs und stört nicht nur unsere Erholung in der Nacht, sondern schadet auch der Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Tag. Warum es zu den nächtlichen Atemaussetzern kommt und was du tun kannst, um trotz der Atemprobleme erholsam zu schlafen, erfährst du hier.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Was ist Schlafapnoe?
  2. Was passiert bei einer Schlafapnoe?
  3. Ursachen: Wie entsteht eine Schlafapnoe?
  4. Symptome & Folgen einer Schlafapnoe
  5. Behandlung und Hilfe gegen Schlafapnoe
  6. Fazit

Schlafstörungen aufgrund von Unregelmäßigkeiten und Störungen der Atmung sind weit verbreitet und schaden nicht nur der Dauer, sondern auch der Qualität unseres Schlafs. Mehr als 100 Millionen Menschen leiden weltweit unter einer so genannten Schlafapnoe und den Folgen des dadurch gestörten Schlafs.

Was ist Schlafapnoe?

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine ernste schlafbezogene Atemstörung und beschreibt das kurzzeitige Aussetzen der Atmung während des Schlafs. Dabei kommt es immer wieder, bis zu mehrere hundert Mal in der Nacht, zu kurzen Atempausen, die von einigen Sekunden bis zu wenigen Minuten andauern und den Schlaf unterbrechen. So wachen Betroffene immer wieder, häufig auch ganz unbemerkt, auf und leiden unter einem wenig erholsamen Schlaf. Eine Schlafapnoe geht aufgrund der gestörten Atmung zudem meist mit ausgeprägtem Schnarchen einher.

Was passiert bei einer Schlafapnoe?

Bei einer gesunden Atmung strömt die Luft durch unsere Nase oder den Mund-Rachenraum und gelangt problemlos durch die oberen Atemwege. Bei einer Schlafapnoe dagegen sind die Atemwege so stark verengt oder blockiert, dass der Widerstand zu groß und die Atmung erschwert oder gar nicht erst möglich ist.

Durch das Aussetzen der Atmung kommt es zu einem Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut und die Organe sowie das Gehirn werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das setzt den Körper unter Stress und führt zu einem so genannten Arousal, einer Reaktion im zentralen Nervensystem, woraufhin unser Gehirn uns aufweckt, um ein Ersticken im Schlaf zu verhindern. Auf diese Weise wird die natürliche Schlafstruktur Nacht für Nacht immer wieder unterbrochen und unser Schlaf bringt nicht mehr die dringend benötigte Erholung.

smartsleep Schlafmagazin: Obere Atemwege bei gesunder Atmun, bei blockierter Atmung, Schnarchen und Schnarchapnoe

Schnarchen vs. Schlafapnoe

Das zunächst eigentlich harmlose Schnarchen entsteht, wenn die Atemluft aufgrund einer Verengung der Atemwege auf Widerstand trifft und wir stärker aus- und einatmen müssen. Dann strömt die Luft mit erhöhtem Druck durch den Rachenraum und lässt das weiche Gewebe (wie die Zunge, das Gaumensegel oder das Zäpfchen) hörbar vibrieren. Verschließen sich die Atemwege aber noch weiter, kann gar keine Luft mehr die oberen Atemwege passieren und eine gesundheitsschädliche Schlafapnoe ensteht.

Einfache Tipps gegen störende Atemgeräusche und Schnarchen in der Nacht findest du in diesem Artikel.

Ursachen: Wie entsteht eine Schlafapnoe?

Je nach genauer Ursache wird zwischen einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und einer zentralen Schlafapnoe (ZSA) unterschieden.Die obstruktive Schlafapnoe stellt die häufigste Art der Schlafapnoe dar und entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen während des Schlafs erschlafft und so den Rachenraum verengt und blockiert. Das geschieht etwa durch die natürliche Muskelerschlaffung in der Nacht, wird aber auch durch bestimmte Risikofaktoren begünstigt. Dazu zählen neben dem Alter und bestimmten körperlichen Merkmalen (enge Atemwege, kleiner Unterkiefer oder große Mandeln) auch Vorerkrankungen, Übergewicht, Rauchen oder Alkoholkonsum vor dem Zubettgehen.

Die Ursache einer zentralen Schlafapnoe liegt dagegen nicht in einer richtigen Blockade der Atemwege und dem so unterbrochenen Atemluftstrom, sondern in einer Fehlfunktion des Gehirns. Bei der zentralen Schlafapnoe sendet das Hirn während des Schlafs keine Steuer-Signale an die Atemmuskulatur, sodass die Atmung aussetzt und pausiert. Diese Form der Schlafapnoe kommt allerdings seltener vor und betrifft nur etwa jeden Zehnten Schlafapnoiker.

Symptome & Folgen der Schlafapnoe

Eine unbehandelte Schlafapnoe schadet der Lebensqualität und verkürzt Studien zufolge auch die allgemeine Lebenserwartung. Die mangelhafte Sauerstoffversorgung und die Störung der natürlichen Schlafarchitektur führen bei Betroffenen zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und Vergesslichkeit, Konzentrationsproblemen oder Stimmungsschwankungen. Durch den gestörten Tiefschlaf können zudem die Energiespeicher in Körper und Hirn nicht ausreichend gefüllt werden, es kommt zu Energielosigkeit und Leistungsschwächen.

Das häufige Erwachen aus dem Schlaf setzt den Körper außerdem immer wieder unter Stress und belastet das Herz-Kreislauf- sowie das Nervensystem erheblich. Das fördert die Entstehung von Bluthochdruck oder Diabetes, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen und auch das Unfallrisiko ist etwa dreimal höher, als bei Menschen mit einem gesunden Schlaf.

Symptome einer Schlafapnoe auf einen Blick

Körperliche Folgen
Psychische Folgen

• Kopfschmerzen

• Antriebs- und Energielosigkeit

• Tagesmüdigkeit

• Erhöhtes Risiko für Schlaganfälle & Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems

• Höheres Unfallrisiko

• Bluthochdruck

• Diabetes

• Konzentrationsschwierigkeiten

• Vergesslichkeit

• Nervosität

• Stimmungsschwankungen bis zu Depressionen


Behandlung & Hilfe gegen Schlafapnoe

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe liegt das Ziel einer Behandlung natürlich darin, eine Verengung und schlussendliche Blockade der oberen Atemwege zu verhindern, damit die Luft auch während des Schlafs den Rachenraum passieren und problemlos in die Lunge strömen kann. Welches die beste Methode zur Vermeidung der Atempausen ist, hängt grundsätzlich von der individuellen Ursache ab. In leichteren Fällen kann es bereits helfen, typische Risikofaktoren zu minieren. So kann etwa auf Alkohol und Rauchen verzichtet, Übergewicht reguliert und eine gesunde Schlafhaltung mithilfe eines geeigneten Kopfkissens unterstützt werden. In schwereren Fällen hat sich der Einsatz spezieller Schlafmasken oder Biss-Schienen bewährt, welche die Atemwege öffnen und zu einer freien Atmung während des Schlafs führen.

Anders als beim Schnarchen handelt es sich bei Schlafapnoe aber um eine ernstzunehmende Erkrankung. Wer unter nächtlichen Atemaussetzern leidet, sollte sich deshalb in jedem Fall von einem Arzt beraten lassen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um die eigene Gesundheit & den Schlaf langfristig zu verbessern.

Fazit

  • Schlafapnoe ist eine weit verbreitete atembezogene Schlafstörung und bezeichnet das wiederholte Auftreten von Atempausen während des Schlafs.
  • Schlafapnoe stört den Schlaf, schadet der täglichen Leistungsfähigkeit und bringt zahlreiche negative gesundheitliche Folgen wie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes mit sich.

Liebe Grüße und bis bald!

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